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Geschichte
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Dorndorf (Torndorph)

Dorndorfs Geschichte beginnt offiziell 772, zur Zeit Karl des Großen. Dorndorf, damals noch "Torndorph" geschrieben, wurde an das Kloster Lorsch verschenkt. Im 12. und 13. Jahrhundert lebte ein Adelsgeschlecht in Dorndorf und ein "Daniel von Elkhausen" hatte in Dorndorf eine Burg. Das Adelsgeschlecht lebte in Dorndorf von 1190 - 1327. 
Ein Brand zerstörte die Burg. Reste der Burg wurden beim Kirchbau im Jahre 1932 unter der Brandschicht gefunden.

Eine Turmanlage mit 2 Meter dicken Wänden fand man in der Erde. Auf einer Ecke ruht der Grundstein der neuen Kirche. Die Ritter des Mittelalters waren längst vergessen und die Dorndorfer bauten an dem Burgplatz eine kleine Kapelle. Das Kirchspiel war Frickhofen. Die Gottesdienste wurden in der Kirche auf dem Blasiusberg (Kleesberg) gehalten. Dahin pilgerten die Dorndorfer durch Jahrhunderte und begruben dort im Hain die Toten.

In den Jahren 1851/52 entstand an Stelle der baufällig gewordenen Kapelle eine Kirche, die 1932 weitestgehend in den Neubau integriert wurde.

Die Messe wurde von einem Priester aus Dietkirchen gelesen. Zur Reise benutzte er einen Esel, den er in Dorndorf bei einem Gastwirt unterstellte. Als er einmal die Stallmiete nicht bezahlen konnte, behielt der Wirt den Esel als Pfand. Aus dieser Zeit stammt noch der Dorfname "Dorndorfer Esel". Den Weg, den der Pfarrer damals ritt, nennt man heute noch den Pfaffenweg.

Sagen und Legenden umranken den Blasiusberg und die benachbarte Dornburg. Sie erzählen von der törichten Liebe von Hildegard, der Tochter des Bürgermeisters der befestigten Anlage der Dornburg, zu dem Ritter Rupert von Ellar. Um den Geliebten aus dem Verließ zu befreien, verriet sie den Feinden den geheimen Gang in das Innere der Burg. Als Hildegard angesichts des dann folgenden Gemetzels erkannte, was sie angerichtet hatte, stürzte sie sich von einem Felsen in die Tiefe.

Legenden ranken sich ebenfalls um das ewige Eis der Dornburg. Dieses Naturereignis ist auch heute noch zu bewundern. In der größten Sommerhitze bleiben Eis und Schnee in zwei erdbunkerähnlichen Anlagen erhalten. Ein eiskalter Wind streicht aus dem Berg. Die Sage erzählt von 12 goldenen Apostelbildern, die in zwei tiefe Brunnen versenkt wurden. Sofort vereisten die Brunnen und gaben die Bilder nicht mehr frei. Dort ruhen sie noch heute wohl geborgen in der eiskalten Erde.

Früher war Dorndorf ein Bauern- und Händlerdorf mit kleinem Stroh gedeckten Fachwerkhäusern. Während des 30jährigen Krieges litt es sehr unter plündernden Soldaten verschiedener Nationen. Hunger und Pest wüteten. Ganze Dörfer starben aus. Fünf Jahre war die Pest ständig im Lande, 1636 war sie am schlimmsten. Dorndorf starb bis auf eine Familie aus, die nach "Sleide", der heutigen Schlaudermühle, zog. Es folgten viele Jahre bitterer Not. 1773-1775 wurde das Dorf von Wilhelm Ludwig, ledigen Standes von hier, siebenmal angesteckt und brannte das letzte Mal fast vollkommen nieder. Der Täter beschloss sein Leben im Gefängnis zu Hadamar. Diese Brandschatzung versetzte die Bewohner erneut in bittere Armut. Das Dorf soll zu dieser Zeit teilweise "Auf den Steinen" gestanden haben. Es dauerte viele Jahre, bis das Dorf sich wieder erholt hatte.

Später gingen die Männer dem Bauhandwerk und Handel nach. Viele mussten ihr Brot in der weiten Welt verdienen und waren oft lange von ihren Familien fort. Einige Familien wanderten in die "Neue Welt" Amerika aus. An der Wende dieses Jahrhunderts zog mit dem Aufblühen der Basaltindustrie ein bescheidener Wohlstand in das Dorf ein. 1890 wurde der Steinbruch "Nil" mit etwa 15-20 Mann eröffnet. Es gab einige Fehlschläge und 1921 wurde mit etwa 50 Männern erneut begonnen. 1925/26 waren rund 300 Mann beschäftigt. Dadurch begann eine steile Aufwärtsentwicklung in den Familien und in der Gemeinde. Eine 3-klassige Volksschule wurde gebaut, der Bau einer Wasserleitung folgte.

Ein neues Pfarrhaus wurde errichtet, da Dorndorf nun einen eigenen Pfarrer bekam.

Der 1. Weltkrieg unterbrach jäh den Aufstieg. 31 junge Männer mussten in diesem grausigen Krieg ihr Leben lassen.

Nach dem Krieg erhielt die Gemeinde elektrisches Licht: Die nachfolgende Inflation und politische Wirren brachten den Niedergang der Wirtschaft. Nach einem erneuten Aufblühen brach der Weltkrieg 1939-1945 aus. Am Ende des Krieges hatte unser Dorf 43 Gefallene und 11 Vermisste zu beklagen. Von Zerstörung blieb das Dorf verschont. Dorndorf wurde von den Amerikanern besetzt. 1946 wurden ca. 240 Heimatvertriebene aufgenommen. Sie sind heute mit der Dorfbevölkerung verwachsen. Die Armut war wieder eingekehrt und der Schwarzhandel blühte. So ging es nun schlecht und recht bis zur Währungsreform 1948. Schnell setzte eine Belebung der Wirtschaft ein und auf breiter Front ein Strukturwandel. Vollbeschäftigung durch Aufbau, Nachholbedarf und Neuerungen folgten. Eine vollkommen veränderte Welt. Die kleinen landwirtschaftlichen Betriebe schlossen kurz nacheinander. Durch die Gebietsreform 1961 entstanden 5 Aussiedlerhöfe. Alte Handwerkszweige, wie Schneider, Wagner, Schmied, Schuhmacher usw. wurden brotlos. Der Begriff der "Amerikanisierung" machte die Runde.

Eine rege Bautätigkeit setzte ein. Der Fremdenverkehr entwickelte sich schnell und wurde für viele Familien zur Haupteinnahmequelle. Viele Familien aus dem Ruhrgebiet zogen nach Dorndorf und wurden hier ansässig.

Die Pendler nahmen ab, denn die heimischen Betriebe benötigten vermehrt Arbeitskräfte.

1971 schlossen sich die Gemeinden Dorndorf, Frickhofen und Wilsenroth zur Gemeinde Dornburg zusammen. Später folgten dann Thalheim und Langendernbach (1974).

Es folgten Jahre des wirtschaftlichen Aufschwungs. In Dorndorf entstand das größte Industriegebiet von Dornburg. Viele Menschen aus Dorndorf und Umgebung fanden hier Arbeit und Brot.

Neubaugebiete entstanden, eines schöner als das andere.

Anfang der 80er Jahre zeigten sich die ersten Ergebnisse der industriellen Automatisierung. Die Industriebetriebe stellten mehr und mehr auf Maschinen um. Die Menschen mussten sich nach neuer Arbeit umsehen. Arbeitsplätze gab es noch in den Ballungsgebieten.

So fuhren und fahren die Dorfbewohner nach Limburg, Wiesbaden oder Frankfurt zu ihren Arbeitsplätzen.

Und wenn sie dann an einem Nebeltag von Frickhofen nach Dorndorf fahren, so reißt oft auf halber Höhe der Nebel auf. Strahlender Sonnenschein empfängt den Heimkehrer. Und vielleicht denkt er manchmal:

"es öss ka' Plätzje off der weire Welt so schee' als wie derhamm;
net innerm huhe Sternezelt
ön net iem allerscheensde Dramm:
Derhaam do öss derhamm!"

 

Die erste urkundliche Erwähnung Dorndorfs erfolgte im Jahre 772 in der Schenkungsurkunde der Rupertinerin Rachilt an das Kloster Lorsch. Zum Gedächtnis an diese Ersterwähnung konnte der Ortsteil Dorndorf 1972 seine 1200-Jahrfeier festlich begehen. Gold- und Silbermedaillen erinnern an dieses Ereignis, das in der Großgemeinde Dornburg und in ganz Hessen starke Beachtung fand.

Der nach den Urkunden älteste Ortsteil Dornburgs mit seinen über 1800 Einwohnern ist ein beliebtes Ziel vieler Erholungssuchender aus dem Rhein-Main-Gebiet und den Ballungsräumen des Ruhrgebietes. Aber auch andere Gäste aus allen Gegenden Deutschlands besuchen Dorndorf, das einen hohen Freizeit und Erholungswert hat, den das günstige Klima der mittleren Höhenlagen, vor allem aber auch die ausgedehnten Wälder mit sich bringt. Gemeinde, Verkehrs- und Verschönerungsverein haben es verstanden, bereits bestehende Freizeit- und Erholungsanlagen weiter auszubauen und zu verbessern. Dass ihnen das gelungen ist, zeigt die ständig wachsende Zahl der Übernachtungen und die Wiederkehr der Feriengäste.

Dorndorf liegt, gegen raue Winde aus Nord und Ost geschützt, am Fuße des Blasiusberges und besticht durch seine Abgeschiedenheit vom lärmenden Verkehr der Fernstraßen. Keine Fabrikbetriebe stören hier den Erholung- und Ruhe- suchenden. Ausgedehnte Laub- und Nadelwälder, herrlich markierte Spazierwege, zahlreiche Ruheplätze und eine ausgezeichnete Fernsicht machen die Bleibe angenehm. Stille und Friede umfangen den Gast; überall begegnen ihm aufgeschlossene Menschen, die ihn Westerwälder Herzlichkeit und Gastfreundschaft spüren lassen.

Gut eingerichtete Gasthäuser und Privatpensionen bieten zu erschwinglichen Preisen Gelegenheit zu einer zwanglosen Ausspannung. Ein Lesesaal, Sportplatz, Kinderspielplatz und eine Naherholungsanlage an der Peripherie der bebauten Ortslage bieten sich an.

Wer Verbundenheit mit der Natur sucht, der findet sie in der Nähe in ausgedehnten, gepflegten Wäldern, in romantischen Tälern und auf naher Bergeshöhe. Der Gast ist immer wieder überrascht von der mannigfaltigen, ungekünstelten Natur, von dem Reichtum schöner Eindrücke und der frischen, reinen Höhenluft. Hier lässt es sich gesund leben und Kraft schöpfen für den Alltag daheim.

Auf seine 1500 Sonnenstunden im Jahr ist Dorndorf stolz, und das Prädikat "Staatlich anerkannter Erholungsort" verpflichtet.

Wer einmal Dorndorfs Gastfreundschaft erfahren hat, kehrt immer und gern in dieses Urlaubs- und Ferienparadies zurück.



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